Xenophon
Xenophon (um 430 – um 354 v. Chr.) war ein athenischer Soldat und Geschichtsschreiber. Als Schüler des Sokrates schloss er sich 401 v. Chr. den griechischen Söldnern des persischen Prinzen Kyros an und führte nach der Schlacht bei Kunaxa die zehntausend Mann, die ihre Anführer verloren hatten, mit zurück ans Schwarze Meer. Berühmt ist er als Autor des Berichts über diesen Feldzug, der Anabasis, sowie der Hellenika und der Erinnerungen an Sokrates.
| Lebensdaten | um 430 v. Chr. – um 354 v. Chr. |
|---|---|
| Wirkungsorte | Athen · Perserreich (Sardes, Mesopotamien, Armenien) · Sparta · Skillus |
| Bekannt für | Die Anabasis; ein Feldherr beim Zug der Zehntausend |
| Spielstart | 401 v. Chr. · 29 Jahre · Junger Athener im Söldnerheer des Kyros (Ritterstand) — Die Rückkehr der Zehntausend |
Das Leben im Überblick
- um 430 v. Chr. Geboren im attischen Demos Erchia als Sohn des Gryllos, aus dem Ritterstand. Als junger Mann folgt er Sokrates.
- 401 v. Chr. Auf Einladung seines böotischen Freundes Proxenos schließt er sich in Sardes den Söldnern des Kyros an. Im September fällt Kyros in der Schlacht bei Kunaxa, und als Tissaphernes die griechischen Feldherren gefangen nimmt, wird Xenophon zu einem der neuen Feldherren gewählt.
- 400 v. Chr. Durch die Berge der Karduchen und den Schnee Armeniens sieht das Heer vom Berg Theches das Meer und erreicht Trapezunt am Schwarzen Meer.
- 399 v. Chr. Übergibt die Söldner, die inzwischen Seuthes von Thrakien dienen, dem spartanischen Feldherrn Thibron. Im selben Jahr wird Sokrates in Athen hingerichtet.
- 396 v. Chr. Folgt dem spartanischen König Agesilaos, der nach Asien übergesetzt ist.
- 394 v. Chr. Kämpft in der Schlacht bei Koroneia auf der Seite des Agesilaos. Etwa um diese Zeit wurde er wohl aus Athen verbannt.
- um 390 v. Chr. Sparta gibt ihm Land in Skillus bei Olympia, wo er einen Tempel der Artemis baut und viele Jahre schreibt.
- 371 v. Chr. Als Spartas Macht in der Schlacht bei Leuktra zerbricht, verlässt er Skillus und geht nach Korinth.
- 362 v. Chr. Sein Sohn Gryllos, der nach der Aufhebung der Verbannung in der athenischen Reiterei kämpft, fällt in der Schlacht bei Mantineia.
- um 354 v. Chr. Stirbt, nach den einen in Korinth, nach den anderen in Athen.
Familie
Die Familienmitglieder, die mit dieser Figur auftreten, wenn du das Spiel beginnst. Die Jahre folgen der Überlieferung; wo keine erhalten ist, steht ein ?.
| Beziehung | Name | Lebensdaten | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Vater | Gryllos | Lebensdaten unbekannt | Aus dem Ritterstand von Erchia |
| Mutter | Diodora | Lebensdaten unbekannt | Name nach Diogenes Laertios |
| Ehefrau | Philesia | Lebensdaten unbekannt | Tritt im Spiel später in dein Leben |
| Sohn | Gryllos | ? – 362 v. Chr. | Gefallen bei Mantineia, 362 v. Chr. |
| Sohn | Diodoros | Lebensdaten unbekannt | Die beiden Söhne sollen „die Dioskuren“ genannt worden sein |
Im Spiel
Du beginnst im Frühjahr 401 v. Chr. in Sardes (auf der Spielkarte um Smyrna) als neunundzwanzigjähriger Athener im griechischen Söldnerheer des Kyros. Du hast kein Land, keine Frau und wenig Gold, aber einen gesunden Körper und einen klaren Kopf. Neben dir stehen dein Freund Proxenos, der Spartaner Klearchos und Kyros selbst, der Herr des Heeres.
Statt einer Geschichte im Strom der Geschichte hat dieses Szenario einen Wendepunkt, der schon im ersten Jahr entschieden wird: „Wenn Kyros bei Kunaxa überlebt hätte“. Wie du die Soldaten in Tarsos beruhigt hast und ob du auf dem Feld von Kunaxa an der Seite des Kyros bleibst, entscheidet die Chancen auf der Stelle. Fällt Kyros, läuft die reale Geschichte bis zum Ende über die Nacht am Großen Zab und die Wahl der Feldherren, den Schnee Armeniens, den Ruf „Das Meer!“, Agesilaos und Koroneia, Verbannung und Skillus; überlebt er, führt ein anderer Zweig zum König der Könige in Babylon, zu einer griechischen Leibwache und einem Feldzug am Nil.
Kleine Einzelheiten aus der Anabasis werden zu Ereignissen: Hinterlegst du den Anteil der Artemis an der Beute in Ephesos, wird er später zum Geld, mit dem du das Land der Göttin in Skillus kaufst. Der Zweig der realen Geschichte endet 360 v. Chr. in einer Schreibstube in Korinth.
- Szenario-Führer Die Rückkehr der Zehntausend
- Epochenführer Klassisches Griechenland
- Verbundene Wendepunkte Was wäre, wenn Kyros der Jüngere bei Kunaxa überlebt hätte?
Häufige Fragen
Was ist die Anabasis?
Xenophons Bericht über sich selbst in der dritten Person über den Feldzug des Kyros 401–399 v. Chr. und die Rückkehr der griechischen Söldner. Der Titel bedeutet „der Marsch hinauf (ins Landesinnere)“, und ihre schlichte, klare attische Prosa machte sie jahrhundertelang zur ersten Lektüre im Griechischunterricht.
Was war der „Zug der Zehntausend“?
Nachdem Kyros 401 v. Chr. bei Kunaxa gefallen und die Feldherren gefangen genommen worden waren, marschierten etwa zehntausend griechische Söldner aus dem Herzen des Perserreichs durch Gebirge und Schnee an die Küste des Schwarzen Meeres. Berühmt ist die Szene auf dem Berg Theches, wo die Soldaten das Meer sahen und „Thalatta! Thalatta!“ („Das Meer! Das Meer!“) riefen.
Warum wurde Xenophon aus Athen verbannt?
Als Gründe gelten meist, dass er dem persischen Prinzen Kyros diente, der Sparta gegen Athen unterstützt hatte, und dass er dem spartanischen König Agesilaos folgte und gegen ein Bündnis kämpfte, zu dem auch Athen gehörte. Ob er um 399 oder um 394 v. Chr. verbannt wurde, ist in der Forschung umstritten.
Quellen
Xenophon, Anabasis, Hellenika und Memorabilien; Diogenes Laertios, Leben und Meinungen berühmter Philosophen, Buch 2.